12/23: Review Germany, Rock Times, w/translation

December 23, 2010

by Wolfgang Giese for RockTimes.de | 12/23/10 | View source

Am 2. Oktober 1968 wurde der Musiker in Dallas, Texas, geboren. Im Jahre 2001 veröffentlichte er zusammen mit seiner Band Sorta, die ein Jahr vorher gegründet wurde, die erste Platte: “Sorta Plays For Lovers”. Weitere Scheiben folgten, bis er im August 2009 das erste Soloprojekt vorstellte: “Mount Pelee”.
Nun also die zweite Soloplatte.

Eine wirklich sehr interessante, wilde Mischung diverser Einflüsse, aus Ragtime, R&B, Pop, Rock, Dixieland, Indie Pop und sogar ein Schuss Country ist in der gut gewürzten Suppe. Im Vaudeville-Stil mit Tuba und fröhlicher Leichtigkeit verbreitet der erste Song sogleich gute Laune, der Gesang erinnert mich im Ausdruck etwas an Ralph McTell, überhaupt hat dieser Track für mich etwas eher typisch Britisches im Ausdruck. Die abwechslungsreiche Musik geht weiter mit einem Gefühl von Weite und Sehnsucht geprägten “Don’t Let Them Wear You Down”, das auch wieder britische Züge trägt, unter anderem mit einem Hauch Beatles .
Eine Spur Westcoast zieht sich durch das romantisch-poppige “A Long Time”, und da gab es mal eine christliche Band, Stewart & Kyle; dieser Titel hier könnte von Ihnen sein, ein schönes Stück, absolut chartsgeeignet, gäbe es welche für diese Musik. Ich würde ihn als Single auskoppeln. Fein, das zarte Backgroundchorarrangement, schön die Harmonien, das bleibt irgendwie hängen.

“Rain”, so scheint das Keyboard zu Beginn an auch entsprechend zu tropfen, bis sich dann vermeintliche Zitate aus dem reichen Schatzkästlein der Beach Boys dazugesellen zu scheinen, aber durch den sich sanft einschleichenden Swing verwandelt sich die Nummer in ein laszives Stückchen Popmusik. Auch hier wieder Anklänge an modernen Brit Pop. Schön, wie die Flöte dezent zur Untermalung eingesetzt wird. Wohl durchdacht, dieses Kleinod. So wechselt sich die Stimmung immer ab, mal wirkt es dichter, mal harmonischer, dann wieder weniger harmonisch, wie im etwas ‘zerrissen’ wirkenden “Salt Of The Earth”.

Bei “Young And Dumb” geht es rockiger zur Sache, der Titel kann mich aber vom Arrangement her auch nicht so überzeugen. Gar erheiternd dann der “Auntie Mo’ Rag” mit klimperndem Piano, wie aus einer Western Bar.”Call Anytime”, noch einmal ein Bläserarrangement mit Anleihen an alte Klänge des R&B aus New Orleans. Das Banjo verleiht “Kentucky” einen Hauch Westernromantik und kommt auf dem letzten Track dann noch einmal zum Einsatz; nur in Gesellschaft von akustischer Gitarre und Gesang, bis sich Keyboards und Harmony Vocals dazugesellen, die dem Ganzen einen kräftigen Schuss ‘Bluegrass-Feeling’ verpassen.

Ein sehr harmonischer und gleichzeitig wehmütig anmutender Abschied von einer sehr abwechslungsreichen Platte, die für mich ihre wahren Stärken in der ersten Hälfte der Spielzeit aufweist, danach etwas abflacht, aber auch dann nicht ohne Höhepunkte ist. Auf jeden Fall zeugen alle Songs von der großen Abwechslung.
Die Frage stellt sich für mich nun abschließend, welches Publikum der Künstler mit dieser Musik erreichen möchte. Nun, mich hat er erreicht – aufgrund der sehr großen Bandbreite des Vortrags.

Line-up:
Trey Johnson (vocals, guitar, piano)
Don Cento (electric & acoustic guitar – #4, 7, Banjo -# 9, 10)
Rich Martin (keyboards – #1, 2, 3, 5, 6, 9)
James Driscoll (bass guitar – #2, 3, 4, 5, 6, 9)
Matt Kellum (drumkit – #2, 3, 4, 5, 8, 9)
Steve Carter (banjo – #1,2)
Bubba Hernandez (bass – #8, tuba – #1)
Joe Cripps (drumkit # 1, 8, spoons, castnets and various percussion – #1, 4, 8, 9)
Tom Bridwell (drumkit – #4)
Paul Williams (electric guitar – #9)
Chad Stockslager (background vocals – #1, 2, 3, 9, 10, various percussion – #9)
Becky Middleton (background vocals – #2, 4, 6, 8)
Randy Graham (trumpet – #1, 3, 8)
Dave Monsch (tenor saxophone – #1, 3, 8)
Annie Benjamin (flute – #4)

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